Dunkle Stollen, leuchtende Augen – die Viertklässler im Bergbaumuseum Mechernich
- Schulleben
Im Rahmen der Sachunterrichtsreihe "Die Stadt Mechernich" begaben sich die vierten Klassen unserer Schule in der vergangenen Woche auf eine spannende Reise in die Vergangenheit: Der Besuch im Bergbaumuseum Mechernich stand auf dem Programm!
Der Tag begann mit dem gemeinsamen Weg zum Museum, der etwa 20 Minuten dauerte. Dort angekommen, konnten die Kinder sich bei einem kleinen Imbiss stärken, bevor es mit einer Einführung im oberirdischen Teil des Museums losging. Hier lernten die Kinder ihre beiden Grubenführer, Günther Nießen und Willi Stoboy, kennen, die sich sofort "per Du" vorstellten – ganz so, wie es früher unter den Bergleuten üblich war. Zur Einführung erfuhren die Kinder viel über die lange Geschichte des Mechernicher Bergbaus, vom Beginn in der Römerzeit bis zu seinem Ende in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Originales Mechernicher Knottenerz - ein Buntsandstein mit zahlreichen Einschlüssen von Bleiglanzknotten - war zu bestaunen. Den jungen Gästen wurden zudem ein Modell der Stollen, historische Karten und das berühmte Bild von Johann Joseph Leyendecker gezeigt, das den Erzabbau über Tage am Mechernicher Bleiberg zur Mitte des 19. Jahrhunderts eindrucksvoll darstellt.
Nach der Einführung begann die Führung unter Tage: Die Kinder bekamen Helme und "fuhren ein", wie es im Bergmannsjargon heißt. Es war eine Mischung aus Führung und Schatzsuche. So mussten die Kinder beispielsweise die Höhe eines Schachtes schätzen oder geologische Besonderheiten wie Manganknollen entdecken – als Hinweis darauf, dass sich hier einst ein Meer befand. Ein echtes Highlight war die imposante „Halle“- so nennt der Bergmann einen Hohlraum unter Tage, bei dem ein großes Gewölbe mit zentralem Stützpfeiler geschaffen wird - die über eine steile Treppe zu erreichen war. Deren Wände waren mit glattem, feuchtem Schlamm – „Nutella“, wie der Grubenführer es augenzwinkernd nannte – bedeckt, was für schmunzelnde Gesichter und besonders neugierige Blicke sorgte. Beinahe ergreifend war der Moment, als das Licht ausgeschaltet und stattdessen nur eine kleine, zeitgenössische Öllampe entzündet wurde. Hier konnten die Kinder erahnen, in welcher Atmosphäre die schwere Arbeit früher geleistet wurde. Wieder über Tage angekommen, wirkte die Außenwelt nach den kühlen 8°C im Stollen fast schon frühlingshaft warm.
Abschließend konnten die Kinder noch das über einen Zeitraum von drei Jahren errichtete Modell des Mechernicher Bleiwerkes im Maßstab 1:100 bestaunen, was einen tollen Überblick über das damalige Bergbaurevier gab.
Ein herzliches ‚Dankeschön‘ gilt dem Bergbaumuseum Mechernich sowie unseren beiden engagierten Grubenführern Günther Nießen und Willi Stoboy, die uns einen tollen und hautnahen Einblick in die Geschichte Mechernichs geboten haben.

