Tagebuch eines Überfliegers - Ein Leseprojekt
- Schulleben
Vor einigen Monaten startete die Grundschule Mechernich ein ungewöhnliches Literatur-Projekt. Schülerinnen und Schüler des „Leseclubs“ der Schule organisierten eine Literatur-Lesung – von der Wahl einer Autorin bis zum Wasserglas auf dem Lesepult. Unterstützt wurden sie dabei von der lit.COLOGNE, die mit diesem Projekt Schülerinnen und Schülern die Chance bietet, das Handlungsfeld Veranstaltungsplanung und -organisation kennenzulernen und eigenständig eine Autorinnen-Lesung umzusetzen.
Die Projektteilnehmenden an der Grundschule Mechernich hatten sich für dieses Projekt das Buch „Tagebuch eines Überfliegers“ von Frauke Angel ausgesucht. Monatelang haben sie sich nicht nur mit diesem spannenden Roman beschäftigt, sondern auch die Lesung vorbereitet, zu der die Autorin gestern anreiste. Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler von unserer Sozialpädagogin Gerlinde Suetake. Im Rahmen des Projekts bot #lassmalesen für die Schülerinnen und Schüler auch Workshops zu Projekt- und Veranstaltungsmanagement sowie zu Moderation und Bühnenpräsenz an. Ziel des Projektes war die Förderung und Stärkung von Lese- und weiteren Kompetenzen. Mit dem eigenverantwortlichen Planen und Durchführen einer Autorinnenlesung in Kooperation mit außerschulischen Partnerinnen entwickelten die Schülerinnen und Schüler vielfältige Handlungskompetenze; das gemeinsame Arbeiten stärkte die Sozialkompetenz der Einzelnen.
Gut vorbereitet starteten die Kinder mit dem Vortragen einiger Buchkapitel im chorischen Lesen. Akzentuiert, mit Betonung und ausdruckstark in Mimik und Gestik erzählten sie von Tomke, einem Jungen, der stottert. Deswegen redet er nicht viel - und wünscht sich einen Gedankenleser. Vor allem, um mit dem glitzergrünen Mädchen zu reden, dass immer auf Rollschuhen vor der Sporthalle unterwegs ist - und Tomke doch tatsächlich zugezwinkert hat…
Anschließend interviewten die Kinder des Leseclubs in mehreren Blöcken die Autorin Frauke Angel und stellten viele Fragen. Sie gab bereitwillig Auskunft zu Lieblingsessen und Lieblingsmusik. Das Publikum erfuhr aber auch, dass Boxen ihr Hobby ist, dass Lesen ihre große Leidenschaft ist und wie sie zum Schreiben kam. Sie hatte ihrer Mutter versprochen, sie in deren Krankheit zu begleiten und fand in der Zeit am Krankenbett den Weg zum Schreiben von Romanen.
Frauke Angel las dann selbst einige Kapitel ihres Buches und bewegte sich dazu auch auf Rollschuhen durch das Publikum! So machten die Zuhörenden dieses liebenswerten kleinen Comic-Romans gemeinsam mit Tomke erstaunliche Entdeckungen: Es gibt viele berühmte Menschen, die stottern, Singen kann helfen, ebenso wie Sport oder Gelassenheit und … man sollte nie einen (geheimen) Überflieger unterschätzen!
Das Thema Stottern wurde genauso unverkrampft und alltagsnah rübergebracht wie Freundschaft, Rollschuhlaufen oder … Gedanken lesen! Nach gut einer Stunde dankte das Publikum der Autorin Frauke Angel, den Kindern des Leseclubs, dem Pianisten Herrn Schümer, der die Lesung musikalisch untermalte, und Frau Suetake mit viel Applaus für eine ganz besondere Lesestunde.
