Medizin und Gesundheit

Jetzt informiert 

Dr. med. Herbert Schade, Chefarzt der Kinderabteilung im Kreiskrankenhaus Mechernich.

 

Ein Tag in der Kinderklinik

Kinder in Trennungssituationen

Impfen- ein Segen für die Menschheit

Ein Tag in der Kinderklinik

Um einen Einblick in die vielfältigen und abwechslungsreichen Arbeitsabläufe und Aufgaben in der Kinderklinik zu bekommen, stellen wir einen normalen Tagesablauf eines Arztes in unserer Kinderklinik vor. Aber: normal ist kein Tag, denn jedes Kind ist anders. Jedes Krankheitsbild stellt die Ärzte und Schwestern vor andere Herausforderungen. Der Anspruch ist jedes Mal hoch. Denn: Die optimale individuelle Betreuung des einzelnen Kindes und seine Angehörigen steht immer im Vordergrund der Arbeit.

Der Arbeitstag der Ärzte beginnt um 8.00 Uhr mit einem kurzen Besuch auf der Station, wo die Schwestern kurz über besondere Vorkommnisse in der vergangenen Nacht berichten und der Arzt einen ersten Blick auf wichtige Labor- und Untersuchungsergebnisse wirft. Im Anschluss daran findet die Besprechung mit allen ärztlichen Kollegen, Oberärzten und Chefarzt statt. Hierbei werden alle Aufnahme der Nacht vom diensthabenden Arzt vorgestellt und danach alle Kinder der einzelnen Stationen durchgesprochen. Welche Diagnosen wurden gestellt? Welche Untersuchungen durchgeführt? Was steht für den heutigen Tag an Untersuchungen an? Welches Kind kann nach Hause entlassen werden? Müssen noch weiterführende Untersuchungen durchgeführt werden? Braucht das Kind ein Konsil von einer anderen Fachabteilung des Hauses? Oder von niedergelassenen Ärzten z. B. der Haut-, HNO- oder Augenheilkunde, die regelmäßig im Rahmen der interdisziplinären (fachübergreifenden) Arbeit hinzugezogen werden.

Zudem findet bei diesem Treffen die gemeinsame Besprechung der Röntgenbilder des vergangenen Tages und der Nacht mit unseren Radiologischen Kollegen statt. Hierbei werden alle angefertigten Bilder, CT und Schnittbildaufnahmen vorgestellt und besprochen.

Im Anschluss findet dann im täglichen Wechsel auf einer der Stationen die Chefarztvisite statt. Hieran nehmen alle Assistenzärzte der Station teil um sich ein gemeinsames Bild über die Patienten zu machen. Der Chefarzt  bespricht am Krankenbett die Krankheitsbilder mit seinen Assistenten und Oberärzten und gleichzeitig haben die anwesenden Eltern, natürlich auch die Kinder- und Jugendlichen die Möglichkeit Fragen zu stellen. Je nach Patientenzahl auf den Stationen dauert diese Visite unterschiedlich lange.

Im Anschluss an die Chefvisite findet dann auch auf den jeweiligen anderen Stationen die Visite der zuständigen Stationsärzte statt. Auch hier besteht während der Visitenzeit, die in der Regel bis ca. 11.30 Uhr dauert, die Möglichkeit über die Kinder- und Jugendlichen ausführlich Informationen zu erhalten.

Im Weiteren werden dann nach der Visite Blutentnahmen durchgeführt, Anordnungen ausgefüllt, Briefe für die jeweiligen Entlassungen vorbereitet, EEG- und EKG-Kurven ausgewertet sowie notwendige andere Untersuchungen durchgeführt. Hierzu gehört der Ultraschall, Lungenfunktionsmessungen, Schweißtestuntersuchungen, neurologische Spezialuntersuchungen etc.

Weiterhin finden tägliche Visiten der Oberärzte, Assistenten und auch des Chefarztes im Bereich des Neugeborenenzimmers statt.

Kaiserschnittentbindungen oder komplikationsbehaftete Entbindungen in der Gynäkologischen Abteilung werden ebenfalls in diesen Zeiten mitbetreut.

Es finden während der gesamten Vormittagszeit zudem stationäre Aufnahme von einbestellten Patienten statt, die in der Regel ab 9.00 Uhr koordiniert und geregelt werden. Die zuständige Kinderkrankenschwester und der Aufnahmearzt versorgen die Kinder zuerst, im Anschluss wird jedes Kind den Fachärzten, dem Oberarzt oder dem Chefarzt zur Besprechung und Befundplanung vorgestellt.

Um eine optimale Betreuung der kranken Kinder auch nach der Entlassung zu gewährleisten, ist es außerdem üblich, dass allen Patienten einen Entlassungsbrief mitgegeben wird und wenn noch nicht alle Untersuchungsergebnisse vorliegen, unter Umständen ein vorläufiger Brief ausgehändigt wird. Die Entlassung wird dabei zwischen 12.00 und 14.00 Uhr durchgeführt, um auch im Entlassungsgespräch ausreichend Zeit zu haben, notwendige Therapien und Verhaltensregeln für zu Hause zu besprechen.

Am Nachmittag finden dann weitere Untersuchungen, Befundbesprechungen mit Kollegen aus den anderen Fachabteilungen sowie die Behandlungen in Spezialambulanzen statt. Zudem wird Zeit benötigt zur Erledigung von schriftlichen Arbeiten und Dokumentationen im Computersystem.

Der Dienstarzt nimmt dann seine Arbeit um 15.00 Uhr auf, informiert sich über die aktuellen Patienten bei der Übergabe auf den jeweiligen Stationen und ist dann ab 16.30 Uhr für die Stationen, die Ambulanz und die Notaufnahme sowie den Kreißsaal zuständig. Bei Bedarf wird noch der Hintergrunddienst mit zu den Arbeiten hinzugezogen. Der Dienst endet dann am folgenden Morgen um 9.00 Uhr nach der Übergabe.

Zusammenfassend ist die Arbeit in der Kinder- und Jugendabteilung eine aufregende, schöne Arbeit, die einen beglückt und befriedigt, teilweise auch je nach Krankheitsbild natürlich auch sehr belastet. Es ist ein großes Organisationstalent im Umgang mit unvorhergesehenen Situationen notwendig, denn weder das Verhalten von Kindern ist planbar, noch der Krankheitsverlauf. Pädiatrie ist zum großen Teil Akutmedizin, die sich nicht an Regeln hält. Deswegen kann es immer wieder vorkommen, dass geplante Termine kurzfristig umgelegt werden müssen und unter anderem auch im ambulanten und stationären Bereich längere Wartezeiten entstehen können.

Die Situation ist hier nicht mit einer Einbestellpraxis im niedergelassenen Bereich zu vergleichen. Hier bei uns werden die Patienten nach Krankheitsbild behandelt, so dass es durchaus vorkommen kann, dass auch zum Beispiel in der Notfallambulanz schwerkranke Kinder zuerst versorgt werden, auch wenn andere Patienten schon längere Zeit warten müssen.

Zudem ist unsere Kinder- und Jugendabteilung für unseren Kreißsaal zuständig und eine Geburt ist schon gar nicht planbar, verläuft meistens glücklicherweise problemlos und der versorgende Arzt ist schnell wieder auf der Station verfügbar, allerdings kann es hier auch zu unvorhergesehenen, längeren Einsätzen kommen.

Zum Schluss können wir unsere Arbeit in der Kinder- und Jugendabteilung mit unserem Motto unterstreichen:

Ganzheitliche Betreuung aller Kinder- und Jugendliche durch den Kinder und Jugendarzt sowie die Kinderkrankenschwestern im Verbund mit den Spezialisten der anderen Fachabteilungen. Die Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin des Kreiskrankenhaus Mechernich bietet eine umfassende medizinische Versorgung für alle Kinder vom Neugeborenen bis ins Jugendalter.

Kinder in Trennungs- situationen

Wie kann ich Schäden vermeiden?


Eine Trennung oder Scheidung von Eltern hat häufig hohe psychische Belastung für die Kinder zu Folge. Die Aufrechterhaltung eines kontinuierlichen und zuverlässigen Kontaktes zwischen dem Kind und beiden Elternteilen bietet dabei die besten Chancen eine tiefgreifende familiäre Veränderung positiv zu bewältigen. Durch die Trennung fühlen sich die Kinder häufig in ihrer Existenz gefährdet, wenn das für sie vertraute, familiäre System zerbricht und sie sich fürchten müssen, nicht mehr verlässlich von Mutter und Vater betreut zu werden. Wenn die Kinder dabei erleben, dass ein Elternteil die Familie verlässt, ist sicherlich aus Blick des Kindes die Angst zu verstehen das möglicherweise auch der andere geht. Dabei entwickeln Kinder in Trennungssituationen nicht selten selber Schuldgefühle und suchen bei sich die Gründe für das Scheitern der elterlichen Paarbeziehung. Je kleiner die Kinder sind, um so mehr erleben sie sich im Mittelpunkt der Welt und beziehen somit alle Vorgänge um sich herum auf sich. Dabei befinden sich Kinder in Trennungssituationen fast immer in Loyalitätskonflikten. Unbewusst versuchen Mutter und Vater die Kinder dabei innerlich auf ihre Seite zu ziehen. Wenn schon der Partner ungewiss ist, so soll doch dabei die Beziehung zum Kind erhalten bleiben, vielleicht auch vor dem Alleinsein bewahren. Kinder versuchen dabei, treu zu bleiben und fühlen sich innerlich zerissen zwischen Vater und Mutter. Dabei werden nicht selten Kinder auch bewusst instrumentalisiert im Kampf zwischen den Eltern. Eltern verlangen oft ein klares Bekenntnis für sich und gegen den Partner und setzen somit das Kind als Werkzeug ein um Forderungen in anderen Bereichen durchzusetzen.

Die Kinder erleben bei einer Trennung dabei häufig einen Einbruch in ihrem Selbstwertgefühl, viele Eltern sind in akuten Trennungssituationen nicht mehr in der Lage zwischen ihren eigenen Gefühlen und jener ihrer Kinder zu unterscheiden. Je stärker die Eltern sich im Rahmen der Trennung gegenseitig abwerten umso größer ist die Gefahr, dass die Kinder dann den Respekt zu den eigenen Eltern verlieren und dahingehend auch gleichzeitig vor sich selber. Dabei führt die Entwicklungskrise, die für jedes Kind mit der Trennung der Eltern verbunden ist, häufig zu Verhaltensauffälligkeiten. Es gibt jedoch keine typischen Störungsbilder, die speziell auf Trennungsproblematiken jeglicher Art hinweisen. Vielmehr sind alle Symptome zu beachten, die im Zusammenhang mit einer Überforderung des Kindes stehen.

Hier sind besonders zu nennen, Entwicklungsstillstand und verzögerungen, Zurückfallen in frühere Entwicklungsstufen, sämtliche Formen von Verhaltensauffälligkeiten sowie psychosomatische Erkrankungen wie Kopf- und Bauchschmerzen, Tic-Störungen und Ähnliches. Mangelnde Motivation, Interessenlosigkeit sind häufig die Ursache von Auffälligkeiten in Kindergarten oder in der Schule. Gerade bei Jungen tritt teilweise auch aggressives Verhalten auf, Mädchen zeigen häufiger ein übermäßig stark angepasstes Verhalten. Um solche schwerwiegende Störungsbilder bei Kindern zu vermeiden ist es sicherlich sinnvoll, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen sich das Kind mit der neuen Situation sicher fühlen kann und neue Verlässlichkeit findet. Entscheidende Faktoren sind dabei, dass es den Eltern gelingt, Kinder aus den Partnerschaftsproblemen herauszuhalten und die Kinder von noch weiterreichenden Veränderungen in Ihren Lebensumständen verschont bleiben. Die Kinder sollten sicher sein können zuverlässig und kontinuierlich sowie möglichst spannungsfrei mit beiden Elternteilen ihr Leben teilen zu dürfen.

Zusammengefasst brauchen Kinder vorwiegend eine Entlastung von Schuldgefühlen, Schutz vor Loyalitätskonflikten zwischen den Eltern, Sicherheit hinsichtlich des Erhaltes beider Elternteile, Aufrechterhaltung des Respekts vor beiden Elternteilen, Vermeidung von elterlichen Auseinandersetzungen im Beisein der Kinder, klare zeitliche Strukturen und Planbarkeit sowie sensiblen Umgang beider Eltern hinsichtlich neuer Partner, Stief- und Halbgeschwister.

Nachdem seit 1998 geltendem neuen Kindschaftsrecht sind es nicht mehr die Eltern, die primär ein Recht auf Umgang mit dem Kind haben, stattdessen handelt es sich beim Umgang an erster Stelle um ein Recht des Kindes. Die Eltern sind dabei verpflichtet, die hierfür notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. Nach § 1 648 12 BGB Abs. 1 hat das Kind Recht auf Umgang mit jedem Elternteil, jeder Elternteil ist im Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt. Abs. 2 besagt, die Eltern haben alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zu dem jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert. Entsprechendes gilt, wenn sich das Kind in der Obhut einer anderen Person befindet.

Dabei zeigen Kinder häufig Auffälligkeiten im Zusammenhang mit diesen Umgangsregelungen. Die hauptbetreuenden Elternteile berichten dann, dass das Kind so ganz anders sei, wenn es vom anderen Elternteil zurückkomme, es nässe wieder ein, ziehe sich zurück, sei besonders aggressiv oder unkonzentriert. Die Ursache hierfür wird meist beim anderen Elternteil gesucht. Eltern sehen in solchen Auffälligkeiten dann oft die Bestätigung ihrer Annahme, dass der Kontakt des Kindes zum anderen Elternteil nicht mehr gut tue und der Umgang eingeschränkt oder gar abgebrochen werden müsse. Dabei ist jedoch zu bermerken, dass meistens der Übergang von der "Mamawelt" in die "Papawelt" bzw. umgekehrt, die eigentliche Belastung darstellt. Je spannungsvoller die Beziehung zwischen Eltern ist, desto höher ist dabei die Belastung des Kindes.

Wenn es den Eltern gelingt eine passende Umgangsregelung zu erarbeiten und dem Kind den Schritt von der einen in die andere Welt zu erleichtern, werden sich diese Auffälligkeiten nach den Umgangsregelungen meist nach einer gewissen Zeit legen. Dabei gibt es entsprechende Verhaltensregeln, angepasst an das Alter des Kindes: Je kleiner das Kind ist, desto häufiger sollten die Kontakte sein und desto konsequenter sollte die Regelung eingehalten werden, auch wenn das Kind einmal keine Lust hat.

Je schlechter die Eltern miteinander reden können, desto verbindlicher sollten dabei die Vereinbarungen gehandhabt werden. Bei Streitigkeiten ist es sicherlich sinnvoll ein verbindliches Gerüst zu vereinbaren, am besten schriftlich.

Schlussendlich bleibt festzustellen, dass wie in der Vergangenheit durch zahlreiche Publikationen gezeigt wurde, gerade Verhaltensauffälligkeiten durch Zunahme von Trennungskindern deutlich gehäuft auftreten und man in wissenschaftlichen Studien immer wieder belegt und bewiesen hat, dass eine gesunde Beziehung der Kinder sowohl zur Mutter als auch zum Vater für ein ausgewogenes sozial-adäquates Entwickeln unbedingt notwendig ist und man dabei auf das Kinderschaftsrecht, wo auch dies schriftlich im Gesetzestext verfügt wurde, eindringlich hinweisen muss.

Literatur beim Verfasser

Impfen- ein Segen für die Menschheit

Die Geschichte des Impfens und des Impfgedankens ist inzwischen über 200 Jahre alt, und geht auf ein Experiment von Edward Jenner zurück. Herr Jenner verabreicht 1796 dem Jungen James Phips Kuhpocken und konnte zeigen, dass nach einem weiteren Kontakt mit diesen Pocken das Kind nicht erkrankte.

Die Vorteile dieser Form der Prophylaxe, die als Vakzination bezeichnet wurde, wurde bald weithin geschätzt und durchgeführt. Als Folge einer immer besser geimpften Bevölkerung konnte 1980 die Welt für pockenfrei erklärt werden. Das ist eines der größten Erfolge der Menschheit. Die Geschichte der Entwicklung der Impfstoffe beinhaltete jedoch auch einige dunkle Episoden. Sowohl die Wissenschaftler, als auch die Geimpften unterlagen einem Risiko und einige wurden sogar tödlich infiziert. Die durch solche Zwischenfälle gesammelten Erfahrungen führten zu immer strengeren Auflagen bei der Impfstoffentwicklung, der Produktion und der Austestung. Bei den heute auf dem Markt befindlichen Impfstoffen kann man von einer großen Medikamentensicherheit ausgehen.

Diese hohen Sicherheitsanforderungen werden auch durch die jeweiligen landestypischen Überwachungsinstitutionen gewährleistet. Bei uns in Deutschland ist dies die Stiko (ständige Impfkommission), die nach den neuesten Erkenntnissen die Impfempfehlungen anpasst und unter Umständen modifiziert.

Auf dem deutschen Markt gibt es drei verschiedene Arten von Impfstoffen. Zum einen Impfstoffe die abgeschwächte Viren beinhalten, sogenannte lebend attenuierte Präparate. Weiterhin Präparate die nur Virus- oder Bakterienbestandteile enthalten, aber nicht lebende Bestandteile und somit als Totimpfstoff bezeichnet werden. Die dritte Impfform die existiert, ist die sogenannte Toxoidimpfung. Hier werden Giftstoffe in sehr geringer Dosis appliziert, die bei der Wildinfektion in der Regel von Bakterien gebildet werden und den Körper schädigen (durch die Gabe von diesen Giftstoffen kann der Körper diese Produktion und die Auswirkung verhindern).

Die jeweilige Art des Impfstoffes hat Vor- und Nachteile. Die sogenannten Lebendimpfstoffe ahmen eine natürliche Infektion nach und ergeben oft eine langanhaltende Immunität nach 1 bis 2 verabreichten Dosen.

Die Nachteile eines viralen Lebendimpfstoffes betreffen die mögliche Schädigung eines abwehrgeschwächten Patienten, der durch abgeschwächte Viren trotzdem eine recht ausgeprägte Impfreaktion erleidet. Weiterhin sind diese Impfstoffe recht empfindlich im Transport und in der Lagerung.

Inaktivierte Impfstoff, ob viral oder bakteriell, sind selber nicht krankheitsauslösend und bewirken üblicherweise eine gute Immunität ( z. B. Tetanus-, Diphterie-, Kinderlähmung- , Hepatitis- , Hib- und Keuchhustenimpfungen). Diese Impfstoffe haben den Nachteil, dass sie mehrfach verabreicht werden müssen, um eine ausreichende Immunität hervorzurufen. Allen Impfstoffen gemeinsam ist die Tatsache, dass bestimmte Lösungsmittel und Restkonservierungsstoffe sowie Antibiotikabeimengungen in den Trägerstoffen der Impfstoffe vorhanden sind. Hier ist jedoch in der Laienpresse sicherlich eine völlig übertriebene Darstellung der Nebenwirkung dieser Begleitstoffe zu beklagen. Die Konzentrationen von Begleitstoffen bewegen sich in derartig geringen Mengen, dass jeder, der einen Fisch aus der Nordsee isst, mit Sicherheit sich mehr Schadstoffe zuführt, als durch ein komplettes Grundimmunisierungsprogramm zugeführt werden würde.

Des weiteren wird immer wieder in den Publikationen über Allergien berichtet. Hier sind sicherlich bei empfindlichen Personen Risiken vorhanden, bei einem Häufigkeitsbereich von 1 : 100 000 aber sehr selten. Umgekehrt sind die positiven Aspekte der Impfung und der Vermeidung von lebensbedrohlichen Erkrankungen gerade in der Kinder- und Jugendzeit eine Errungenschaft der Medizin, die hoffentlich nie wieder verloren geht.

Wenn man dabei die Situation in der Dritten Welt betrachtet, wo ein regelmäßiges Impfprogramm leider noch nicht komplett erfolgt, ist hier die Sterblichkeitsrate vor alllem bei Masern, Polio, Diphtherie und neonatalen Tetanus noch erschreckend hoch. Diese Erkrankungen gibt es in unseren Breitengraden so gut wie nicht mehr und wenn überhaupt, nur bei ungeimpften Kindern und Jugendlichen.

Ein komplettes Impfschema nach der ständigen Impfkommission beinhaltete in den ersten 15 Monaten die Impfung mit einem sogenannten 6fach Totimpfstoff. Hier wird im ersten halben Jahr dreimal eine Dosis des Impfstoffes verabreicht mit Wirkstoffen gegen Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung, Keuchhusten, entzündliche Kehlkopfentzündung (Hib) sowie entzündliche Lebererkrankungen (Hepatitis B). Im ersten Lebensjahr erfolgt dann eine vierte Impfung zur nochmaligen Auffrischung.

Des weiteren erfolgt ab dem 12. Lebensmonat eine Impfung mit einem abgeschwächten Lebendimpfstoff gegen Mumps, Masern und Röteln, im Abstand von vier bis sechs Wochen erfolgt hier noch einmal eine zweite Impfung und abschließend empfiehlt die ständige Impfkommission die Impfung gegen Windpocken (Varizellen) mit einer einmaligen Lebendvakzine ab dem 9. Lebensmonat.

Nach Abschluss des 15. Lebensmonats haben regelrecht geimpfte Kinder somit Schutz vor insgesamt 10 typischen und teils auch untypischen Kinderkrankheiten und sind damit vor schlimmen Gefahren der Menschen der Vergangenheit geschützt.

Nach Empfehlung der ständigen Impfkommission erfolgt vor Eintritt in die Schule eine nochmalige Auffrischimpfung des Tetanus-, Diphtherie- und Polioimpfung. Neben den von der ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen gibt es sicherlich auch noch weitere Möglichkeiten Kinder, Jugendliche und sich selber vor Erkrankungen, die vermeidbar sind durch Impfungen, zu schützen. Hier sind Impfungen zu nennen, wie die Grippeimpfung, die Impfung gegen die durch Zecken ausgelöste Frühsommermeningoenzephalitis, die Impfung gegen Pneumokokken (bakterielle Entzündung der Hirnhäute, der Lunge und der Ohren) sowie sämtliche Reiseimpfungen (Gelbfieber, Typhus, Cholera , etc.).

Einen Blick in die Zukunft lässt gerade bei der Impfstoffentwicklung weiterhin hoffen, dass auch Impfstoffe gegen die aktuellen Bedrohungen der Menschheit gefunden werden, wie Impfstoff gegen HIV und Malaria.